Nahrungsergänzung ist im Alltag angekommen: Zwei Drittel der Deutschen ergänzen ihre Ernährung
Neue repräsentative Umfrage zeigt: Für viele Menschen gehören Vitamine und Mineralstoffe zur persönlichen Gesundheitsvorsorge. Entscheidend beim Kauf sind Preis-Leistung, Qualität und verlässliche Information – nicht Social-Media-Trends.
Eine ausgewogene Ernährung bleibt die wichtigste Grundlage für Gesundheit. Gleichzeitig zeigt der Alltag: Gute Ernährung muss mit Beruf, Familie, Sport, Stress und individuellen Lebensphasen zusammenpassen. Viele Menschen setzen deshalb ergänzend auf Nahrungsergänzungsmittel.
Wie selbstverständlich Nahrungsergänzung inzwischen geworden ist und worauf Verbraucherinnen und Verbraucher dabei achten, zeigt eine repräsentative Online-Umfrage, die LaVita im August 2026 gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio unter 2.000 Personen in Deutschland im Alter von 18 bis 79 Jahren durchgeführt hat.

Zwei Drittel der Deutschen nutzen Nahrungsergänzungsmittel
67 Prozent der Befragten geben an, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Damit sind Vitamine, Mineralstoffe und Co. längst kein Nischenthema mehr, sondern für viele Menschen Teil ihres persönlichen Gesundheitsalltags.
Dabei steht nicht die Behandlung akuter Probleme im Vordergrund. Unter den Nutzerinnen und Nutzern ist der am häufigsten genannte Grund die allgemeine Gesundheitsvorsorge beziehungsweise die Unterstützung des Immunsystems: 48 Prozent nennen dieses Motiv, wobei hier mehrere Beweggründe gleichzeitig angegeben werden konnten. 37 Prozent ergänzen gezielt aufgrund bekannter Ernährungslücken oder Mängel, 26 Prozent zur Unterstützung bei Sport und Regeneration. Knapp ein Viertel handelt auf konkrete ärztliche Empfehlung.
Weitere 21 Prozent greifen insbesondere in stressigen Lebensphasen zu Nahrungsergänzung. Für 13 Prozent ist Supplementierung zudem eine pragmatische Möglichkeit, die Ernährung zu ergänzen, wenn eine konsequent ausgewogene Ernährung im Alltag schwer umzusetzen ist.
Damit wird deutlich: Nahrungsergänzung wird von vielen Menschen nicht als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung verstanden, sondern als ergänzender Baustein eines gesundheitsbewussten Lebensstils.
„Die meisten Menschen verwenden Nahrungsergänzung nicht, weil ihnen etwas fehlt, sondern vorsorglich: Auch diese Studie zeigt, dass fast die Hälfte der Nutzer die allgemeine Gesundheitsvorsorge als Grund nennt, gut ein Drittel will Lücken in der eigenen Ernährungsweise schließen. Das halte ich für einen vernünftigen Ansatz für unseren Körper und unsere Vitalität, solange die Ergänzung die Ernährung optimiert und nicht ersetzt. Nahrungsergänzungsmittel ergänzen sinnvoll die Ernährung“

PhDr. Sven-David Müller,
M. Sc. Ernährungs- und Gesundheitswissenschaftler
Der Anspruch an eine gute Ernährung ist hoch – die konsequente Umsetzung bleibt eine Herausforderung
Die große Mehrheit der Befragten ernährt sich grundsätzlich vielseitig. 74 Prozent bezeichnen sich als Omnivoren, weitere 19 Prozent als Flexitarier. Nur kleinere Gruppen leben vegetarisch oder vegan.
Gleichzeitig zeigt sich, dass der Anspruch an eine ausgewogene Ernährung im Alltag nicht immer vollständig umgesetzt werden kann. 23 Prozent beschreiben ihre Ernährung als sehr ausgewogen und essen täglich frisches Obst und Gemüse. Weitere 52 Prozent beurteilen ihre Ernährung als grundsätzlich eher ausgewogen, schaffen dies jedoch nicht jeden Tag konsequent.
Das Ergebnis zeigt weniger ein fehlendes Ernährungsbewusstsein als vielmehr die Herausforderungen eines modernen Alltags: Menschen wissen, dass eine ausgewogene Ernährung wichtig ist – müssen diesen Anspruch aber mit Zeit, Stress und unterschiedlichen Lebenssituationen vereinbaren.
„In der Analyse der Studienauswertung ist mir aufgefallen, dass mehr als die Hälfte der Befragten sich nach eigener Aussage eher ausgewogen ernährt, das aber nicht jeden Tag schafft. Das deckt sich mit meiner Erfahrung aus der Ernährungsberatung: Am Wissen fehlt es den meisten meiner Klienten nicht, sondern die Umsetzung im Alltag gelingt nicht immer. Wer seine Ernährung ergänzen möchte, sollte deshalb eine Lösung wählen, die umfassend und möglichst natürlich ist und sich ohne großen Aufwand dauerhaft und jeden Tag integrieren lässt.“

PhDr. Sven-David Müller,
M. Sc. Ernährungs- und Gesundheitswissenschaftler
Beim Kauf zählt nicht der niedrigste Preis, sondern das Gesamtpaket
Die Umfrage zeigt zudem, dass Verbraucherinnen und Verbraucher Nahrungsergänzungsmittel keineswegs ausschließlich nach dem Preis auswählen. Befragte konnten dabei bis zu drei Kaufkriterien gleichzeitig nennen.
Für 45 Prozent ist ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig. 34 Prozent achten auf geprüfte Qualität und Reinheit der Inhaltsstoffe, 30 Prozent auf die Darreichungsform, 28 Prozent auf Dosierung und Wirkstoffkonzentration. Natürliche Zutaten sind für 24 Prozent ein relevantes Kaufkriterium, wissenschaftliche Belege für 22 Prozent.
Die Kaufentscheidung ist damit vor allem eine Vertrauensentscheidung: Verbraucher erwarten nachvollziehbare Inhaltsstoffe, Qualität und eine sinnvolle Zusammensetzung.
„Die Studie zeigt, dass fast ein Drittel der Befragten die Darreichungsform als wichtiges Kaufkriterium benennt, und das überrascht mich nicht. Meinen Klienten ist das in der Ernährungsberatung auch wichtig. Ob Kapsel, Pulver oder Flüssigkeit: Die beste Form ist die, die man auch dauerhaft gern einnimmt. Eine Ergänzung, die im Schrank stehen bleibt, nützt niemandem.“

PhDr. Sven-David Müller,
M. Sc. Ernährungs- und Gesundheitswissenschaftler
Fachliche Kompetenz schlägt Social-Media-Reichweite
Besonders deutlich wird der verantwortungsbewusste Umgang mit Gesundheit beim Blick auf die Informationsquellen.
53 Prozent der Befragten vertrauen bei Fragen zu Ernährung und Gesundheit vor allem Ärztinnen und Ärzten. 42 Prozent nennen Apotheken und pharmazeutisches Fachpersonal. Unabhängige Testberichte und Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld erreichen jeweils 33 Prozent.
Social Media, Blogs und Influencer spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle: Nur acht Prozent der Befragten schenken ihnen bei Gesundheits- und Ernährungsfragen besonderes Vertrauen.
Das widerspricht der Vorstellung, Verbraucherinnen und Verbraucher würden ihre Entscheidungen vor allem aufgrund kurzfristiger Trends oder werblicher Versprechen treffen. Bei der eigenen Gesundheit wird fachliche Kompetenz deutlich höher bewertet als Reichweite.
Orientierung ist wichtiger als Überzeugungsarbeit
Eine grundsätzliche Ablehnung zeigt sich kaum: Nur zwei Prozent aller Befragten lehnen Nahrungsergänzung generell ab, sieben Prozent halten die meisten Produkte für überflüssig.
Insgesamt bewerten 66 Prozent der Befragten Nahrungsergänzungsmittel positiv bis sehr positiv.
Unter den Nicht-Nutzern ist vielmehr fehlende Orientierung die größte Hürde: 30 Prozent wissen nicht, welche Produkte die richtigen für sie wären.
Daraus ergibt sich: Verbraucher benötigen keine immer lauteren Versprechen, sondern verständliche Informationen, transparente Zusammensetzungen und nachvollziehbare Qualitätsstandards.
Fazit: Nahrungsergänzung wird zunehmend selbstverständlich – aber bewusst
Die Umfrage zeigt: Nahrungsergänzungsmittel sind für einen großen Teil der Bevölkerung ein selbstverständlicher Bestandteil persönlicher Gesundheitsvorsorge.
Gleichzeitig treffen Verbraucher ihre Entscheidungen differenziert: Sie achten auf Qualität und Preis-Leistung, suchen Orientierung bei Fachleuten und begegnen Social-Media-Versprechen mit vergleichsweise großer Zurückhaltung.
Nahrungsergänzung steht dabei nicht im Gegensatz zu einer ausgewogenen Ernährung. Vielmehr zeigt die Umfrage, dass viele Menschen beides miteinander verbinden: den Anspruch, sich möglichst gesund zu ernähren – und die Möglichkeit, die Ernährung dort sinnvoll zu optimieren, wo es zur persönlichen Lebenssituation passt.
Methodik
Die Umfrage wurde im Auftrag von LaVita in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Appinio durchgeführt. Befragt wurden 2.000 Personen in Deutschland im Alter von 18 bis 79 Jahren. Die Feldzeit lag im August 2026. Die Stichprobe ist nach Alter und Geschlecht quotiert und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 47,6 Jahren, je 1.000 Frauen und Männer nahmen teil.
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