Magdalena Neuner – Das Geheimnis ihres Optimismus
„Ich brauche immer ein Ziel vor Augen“
Magdalena Neuner spricht mit uns offen über das Leben nach dem Sport und wie sie gelernt hat, den Blick auf die Sonnenseiten des Lebens zu richten.
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Magdalena Neuner (39) gehört zu der Art von Menschen, die einfach immer gut gelaunt wirken. Klar, ruhig und positiv – fast so, als würde sie Dinge immer mit Leichtigkeit nehmen. Wie macht sie das?
Ein Teil der Antwort liegt in ihrem Alltag selbst. Sie ist trotz ihres großen Erfolgs in ihrem Heimatort Wallgau geblieben. Sie lebt mit ihrem Mann (der schon als Kind wusste: "Die Magdalena werde ich mal heiraten“) und ihren drei Kindern dort, wo alles begonnen hat. Kein Rückzug, sondern ein bewusstes Bleiben, nah an der Familie, an Freunden und bodenständigen Werten.
Das Geheimnis ihres Optimismus
„In erster Linie bin ich ein Mensch, der aus dem Herzen und dem Bauch heraus entscheidet.“
Diese Einstellung zieht sich durch viele Entscheidungen in ihrem Leben. Und vielleicht ist es genau dieses Vertrauen in das eigene Gefühl, das ihren Weg so konsequent und gleichzeitig so besonders macht.
Aufgewachsen zwischen Bergen und Bewegung
Magdalena Neuner wächst im oberbayerischen Wallgau auf, mitten in den Bergen. Die Natur ist ihr Zuhause, Bewegung gehört von Anfang an selbstverständlich dazu. Bereits mit drei, vier Jahren steht sie auf Skiern.
Als sie 1998 die Olympischen Spiele in Nagano verfolgt, wird aus kindlicher Begeisterung ein klarer Traum. „Mit elf Jahren war es mein absoluter Traum, Olympiasiegerin zu werden“, sagt sie. Für sie ist es „sonnenklar“, dass sie diesen Weg gehen wird – einen Plan B gibt es nicht.
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In Rekordzeit an die Spitze
Nach dem Schulabschluss entscheidet sie sich konsequent für den Profisport. „Mir kann man nicht wirklich reinreden – wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich das durch“, sagt sie über sich selbst.
Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten: 2007 wird sie bei den Weltmeisterschaften in Antholz mit nur 19 Jahren dreifache Weltmeisterin – und damit die jüngste in der Geschichte des Biathlons.
Ihr großes Ziel verliert sie dabei nie aus dem Blick. „Olympiasiegerin zu werden war meine tragende Kraft“, sagt sie rückblickend. Diese innere Motivation begleitet sie über Jahre hinweg und gibt ihr die Disziplin, konsequent auf diesen Moment hinzuarbeiten.
Mit ihren zwei Olympiasiegen bei den Winterspielen in Vancouver 2010 erfüllt sie sich schließlich ihren größten Traum.
Die zwei Seiten des Erfolgs
„Jede Medaille hat ihre Sonnen- und ihre Schattenseiten“, sagt Magdalena Neuner. Ein Satz, der viel darüber erzählt, wie sie Erfolg versteht. „Für mich überwiegt die Sonnenseite“ – und doch gehört auch das andere dazu.
Nach den Olympischen Spielen erlebt sie eine Phase, auf die sie nicht vorbereitet war. „Ich habe mich gefühlt, als würde ich in ein großes, tiefes schwarzes Loch fallen“, beschreibt sie offen.
Was ihr hilft, ist letztlich das, was sie schon immer ausgezeichnet hat: die Fähigkeit, in sich hineinzuhören. „Ich brauche einfach ein neues Ziel“, erkennt sie. Und genau in dem Moment, in dem ein neues Ziel wieder da ist, verändert sich auch alles andere.
Es ist diese Zielgerichtetheit, die von innen heraus und nicht von Erwartungen von außen kommt, die sie auszeichnet. Entscheidungen trifft sie aus dem Bauch heraus. Wichtig ist ihr, dass sie sich richtig anfühlen.
So entsteht auch der Entschluss, ihre sportliche Karriere mit 25 Jahren am Höhepunkt zu beenden. „Ich habe gemerkt, dass die Zeit zu Ende geht – und dass eine großartige Zeit vor mir liegt.“
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Der Leistungssport geht, LaVita bleibt.
Das Kapitel Leistungssport ist abgeschlossen, doch das Bewusstsein für Gesundheit und Ernährung ist geblieben. „Ich habe festgestellt, was für eine tolle Ergänzung es zu unserem gesunden Lebensstil ist“, sagt sie über LaVita, das bereits lange ein fester Bestandteil ihres Familienalltags ist. „Es bedeutet mir viel, wenn meine Kinder gesund und fröhlich sind.“
Was heute wirklich zählt
Heute findet Magdalena Neuner Erfüllung vor allem in ihrer Rolle als Mutter. „Glück bedeutet für mich, einen guten Tag mit meiner Familie zu haben.“
Mit der Peak Performer Stiftung engagiert sie sich zudem für Kinder und Jugendliche und gibt Werte weiter, die sie selbst geprägt haben.
Ihr Leben hat sich verändert, doch die Haltung ist geblieben: auf das eigene Gefühl zu hören und den eigenen Weg zu gehen.