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lavita.com
31.08.20266 Min. Lesedauer

Was essen, um mit allen Mikro­nähr­stoffen versorgt zu sein?

Vitamine und Spurenelemente sind an zahlreichen wichtigen Prozessen im Körper beteiligt. Doch welche Lebensmittel liefern besonders viele davon – und wie lässt sich eine Ernährung zusammenstellen, die möglichst viele Mikronährstoffe abdeckt? Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt.

 
 
Mikronährstoffreich-essen
 
 
 

Vielleicht kennen Sie das: Man liest von Magnesium in Kürbiskernen, Eisen in Linsen, Omega-3 in Fisch, Vitamin C in Paprika und Vitamin K in grünem Gemüse. Dann kommen noch B-Vitamine, Jod, Zink, Selen, Calcium und Vitamin D dazu – und plötzlich fühlt sich eine ausgewogene Ernährung fast wie ein wissenschaftliches Projekt an.

Dabei ist die Natur erstaunlich praktisch. Unser Körper ist nicht darauf ausgelegt, dass wir jeden Tag alle Nährstoffe in exakt berechneten Mengen über einzelne „Superfoods“ aufnehmen. Entscheidend ist vielmehr, wie vielfältig und nährstoffreich sich unsere Ernährung über Tage und Wochen zusammensetzt. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: „Welches Lebensmittel enthält die meisten Mikronährstoffe?“, sondern: „Wie baue ich meine Ernährung so auf, dass sich verschiedene Lebensmittel sinnvoll ergänzen?“. 

Genau hier wird deutlich: Gute Ernährung ist selten eine Frage des einen perfekten Lebensmittels, sondern des klugen Zusammenspiels vieler Bausteine.

 
 
 

So verbessern Sie Ihre Nährstoff­versorgung

Wenn Sie sich möglichst zuverlässig mit vielen Mikronährstoffen versorgen möchten, brauchen Sie keine exotischen Pulver, teuren Superfoods oder komplizierten Ernährungspläne. Sie brauchen vor allem Vielfalt. Denn jedes Lebensmittel bringt sein eigenes Nährstoffprofil mit. Vollkorngetreide liefert beispielsweise unter anderem Magnesium und B-Vitamine, Hülsenfrüchte sind reich an pflanzlichem Eiweiß, Folat, Eisen und weiteren Mineralstoffen. Nüsse und Samen liefern unter anderem ungesättigte Fettsäuren, Magnesium und je nach Sorte weitere Mineralstoffe.

Die Kunst liegt also weniger im perfekten Einzelnen als in der Kombination. Man könnte es sich wie ein Puzzle vorstellen: Kein einzelnes Teil zeigt das ganze Bild. Aber je mehr unterschiedliche Teile zusammenkommen, desto vollständiger wird es.

 
 
 

5 Lebensmittelgruppen, die Ihre Mikronährstoff­versorgung besonders vielfältig machen

Statt eine endlose Liste einzelner Lebensmittel durchzugehen, ist es hilfreicher, auf die wichtigsten Bausteine einer abwechslungsreichen Ernährung zu schauen. Und es gibt vor allem fünf Lebensmittelgruppen, die Sie in Ihre tägliche Ernährung einbauen sollten.

1. Gemüse – am besten bunt und abwechslungsreich

Je vielfältiger die Farben auf Ihrem Teller, desto größer ist in der Regel auch die Vielfalt an enthaltenen Pflanzenstoffen. Grünes Blattgemüse wie Spinat, Mangold oder Grünkohl kann unter anderem Folat, Vitamin K und – je nach Sorte und Zubereitung – weitere Mikronährstoffe beitragen. Paprika und andere farbenfrohe Gemüse liefern beispielsweise Vitamin C und verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Wurzelgemüse wie Karotten oder Süßkartoffeln bringt wiederum andere Pflanzenstoffe mit. Die praktische Regel lautet daher: Essen Sie nicht jeden Tag exakt dasselbe Gemüse. Wechseln Sie Sorten, Farben und Zubereitungsarten.

Tiefkühlgemüse ist dabei keineswegs eine schlechte Alternative. Im Gegenteil: Es kann eine sehr praktische Möglichkeit sein, auch außerhalb der Saison nährstoffreiches Gemüse griffbereit zu haben.

2. Hülsenfrüchte – die unterschätzten Allrounder

Linsen, Bohnen, Kichererbsen und Erbsen sind echte Nährstoffpakete. Sie liefern pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe, Folat und verschiedene Mineralstoffe. Gleichzeitig können sie helfen, Mahlzeiten sättigender zu machen.

Dabei müssen Sie nicht gleich einen großen Topf getrocknete Bohnen über Nacht einweichen. Vorgekochte Hülsenfrüchte aus Glas oder Dose sind eine schnelle, einfache Option. Einfach abspülen und in Salate, Suppen, Currys oder Gemüsepfannen geben.

Und noch ein interessanter Punkt: Pflanzliches Eisen wird vom Körper zwar grundsätzlich schlechter aufgenommen als das Eisen aus tierischen Lebensmitteln. Vitamin C kann die Aufnahme von pflanzlichem Eisen jedoch verbessern. Eine Linsensuppe mit Paprika oder ein Bohnensalat mit Zitronensaft ist deshalb nicht nur geschmacklich eine gute Kombination .

3. Vollkorn – mehr als nur Ballaststoffe

Vollkornprodukte werden manchmal auf Ballaststoffe reduziert. Dabei können sie deutlich mehr beitragen. Haferflocken, Vollkornbrot, Vollkornreis oder andere Vollkorngetreide liefern unter anderem B-Vitamine und Mineralstoffe wie Magnesium – und sie ergänzen eine Mahlzeit um komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe.

Starten Sie z. B. mit einem Vollkornbrot oder einem Naturjoghurt mit Haferflocken, Nüssen und Beeren in den Tag. Die Kombination aus Getreide, Milchprodukt, Nüsse, Samen und Obst ist besonders nährstoffreich.

4. Nüsse und Samen – klein, aber konzentriert

Nüsse und Samen sind energiereich, enthalten dafür aber auch eine hohe Nährstoffdichte. Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse, Kürbiskerne, Sesam oder Leinsamen bringen je nach Sorte unterschiedliche Fettsäuren, Mineralstoffe und weitere wertvolle Inhaltsstoffe mit.

Eine kleine Portion im Müsli, über dem Salat oder in einer Suppe kann deshalb eine einfache Möglichkeit sein, Mahlzeiten aufzuwerten. Auch hier können Sie nach Lust und Laune abwechseln.

5. Fisch, Eier und Milchprodukte – wenn Sie tierische Lebensmittel essen

Auch tierische Lebensmittel können zur Mikronährstoffversorgung beitragen. Fisch liefert je nach Art unter anderem Jod und Omega-3-Fettsäuren. Eier enthalten beispielsweise Vitamin B12 und Cholin. Milchprodukte können einen wichtigen Beitrag zur Calciumversorgung leisten.

Für Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, ist es besonders wichtig, einzelne Nährstoffe gezielt im Blick zu behalten. Vitamin B12 muss bei einer veganen Ernährung zuverlässig über Supplemente aufgenommen werden. Auch bei Jod, Eisen, Calcium, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren kann eine bewusste Planung sinnvoll sein.

 

Tipp:

Gehen Sie Ihre eigene Ernährung einmal durch und schauen Sie, welche dieser Lebensmittelgruppen bisher zu kurz kommen. Welche Lebensmittel essen Sie nur selten oder gar nicht?

Jedes Weglassen erhöht das Risiko, dass bestimmte Nährstoffe zu kurz kommen. Wenn Vollkorn und Hülsenfrüchte schlecht vertragen werden, betrifft das B-Vitamine und Ballaststoffe, bei tierischen Lebensmitteln Vitamin B12 und bei Fisch Vitamin D.

 
 

Was sind häufig kritische Nährstoffe?

Hier lohnt sich ein kurzer Realitätscheck. Selbst eine sehr abwechslungsreiche Ernährung kann nicht automatisch immer den gesamten Mikronährstoffbedarf decken. Vitamin D ist dafür ein gutes Beispiel. Der Körper kann Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht selbst bilden. In Deutschland ist die Versorgung insbesondere in den sonnenarmen Monaten jedoch häufig kritisch.

Auch Jod zählt zu den Nährstoffen, auf die viele Menschen achten sollten. Da die Böden in Deutschland und weiten Teilen Mitteleuropas von Natur aus jodarm sind, enthalten auch viele Lebensmittel nur geringe Mengen. Gute Jodquellen sind Seefisch, Milchprodukte und Eier, wobei der Jodgehalt – insbesondere bei Milch – von der Fütterung der Tiere abhängt.

Auch Vitamin B12, Eisen und Folat gehören zu den häufig kritischen Nährstoffen, da der Bedarf und die Versorgung je nach Ernährungsweise, Lebensphase und individuellen gesundheitlichen Faktoren unterschiedlich sein können. Eine breite Nahrungsergänzung kann hier sinnvoll sein, um die Versorgung sicherzustellen.

 
 
 

Auch die Zubereitung darf variieren

Für die Verfügbarkeit von Mikronährstoffen spielt auch die Lagerung und Zubereitung eine Rolle. Durch Kochen kann z. B. die Verfügbarkeit mancher Pflanzenstoffe steigen (wie Lycopin aus Tomaten und β-Carotin aus Süßkartoffeln und Karotten), während hitzeempfindliche Vitamine teilweise verloren gehen können.

Deshalb ist Abwechslung auch bei der Zubereitung sinnvoll: Mal roh, mal gedünstet, mal aus dem Ofen, mal als Suppe. Das ist nicht nur kulinarisch interessanter – es verändert auch, welche Nährstoffe in welcher Form verfügbar sind.

 
 
 

Ein einfaches Prinzip für Ihren Alltag

Wenn Sie nicht jeden Tag Nährwerttabellen studieren möchten, können Sie sich an einem einfachen Prinzip orientieren: Versuchen Sie, über den Tag hinweg verschiedene Lebensmittelgruppen zu kombinieren.

Eine ausgewogene Mahlzeit besteht idealerweise aus:

½ Teller: Gemüse und/oder Salat

¼ Teller: Eiweißquelle wie Hülsenfrüchte, Fisch, Ei, Tofu oder Milchprodukt

¼ Teller: Vollkorngetreide, Kartoffeln oder eine andere sättigende Beilage

Dazu eine kleine Portion Nüsse oder Samen und etwas Obst über den Tag verteilt

Das muss nicht bei jeder Mahlzeit perfekt umgesetzt werden. Es ist vielmehr ein Orientierungsrahmen. Denn die Mikronährstoff­versorgung entscheidet sich nicht an einem einzelnen Mittagessen. Sie entsteht aus dem Muster, das sich über viele Mahlzeiten, Tage und Wochen wiederholt.

 
 
 

Fazit: Nicht das einzelne Superfood macht den Unterschied. Sondern die Vielfalt.

Sie müssen nicht perfekt essen. Sie müssen auch nicht jeden Tag eine neue Liste von „10 besonders gesunden Lebensmitteln“ abarbeiten. Wenn Ihre Ernährung über die Woche hinweg abwechslungsreich ist und regelmäßig Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sowie – je nach Ernährungsweise – Fisch, Eier oder Milchprodukte enthält, schaffen Sie eine gute Grundlage für eine vielfältige Mikronährstoffversorgung.