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Studie
21.01.20266 Min. Lesedauer

Gesundheit unter Druck: Warum unser Lebensstil immer ungesünder wird

Schlechtes Essen, zu viel Sitzen: Wie gesund lebt Deutschland tatsächlich – und wo stehen Sie persönlich? Der aktuelle DKV-Gesundheitsreport, erstellt unter Mitarbeit der Deutschen Sporthochschule Köln und der Universität Würzburg, zeigt ein überraschend klares Bild: Nur 2 Prozent der Bevölkerung leben rundum gesund. Eine Zahl, die wachrüttelt und gleichzeitig verdeutlicht, wie groß unser Potential ist, mit kleinen Routinen unser Wohlbefinden zu stärken. Erfahren Sie, was hinter der Studie steckt und welche einfachen Schritte Sie nutzen können, um Ihre Gesundheit zu unterstützen.

 
 
 
 
 

Die Studie: Deutschlands Gesundheitszustand – ein klarer Weckruf

Seit 2010 untersucht die Deutsche Krankenversicherung regelmäßig den Lebensstil der Deutschen. Die Frage "Wie gesund leben wir eigentlich" fällt dieses Jahr besonders beunruhigend aus. Der Report1 zeigt ein deutliches Fazit: Nur rund 2 Prozent der Deutschen leben rundum gesund. Die Krankenkasse befragte hierzu 2.807 Personen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln und der Uni Würzburg. Besonderes Interesse der repräsentativen Studie gilt den Bereichen Ernährung, körperliche Aktivität, Umgang mit Stress, Rauchverhalten und Alkoholkonsum.

 
 

Die Ergebnisse: Wir leben immer ungesünder

Eine ausgewogene Ernährung ist und bleibt eine Herausforderung. Nur ein Drittel der Menschen (34 Prozent) isst überwiegend gesund – also mit viel Gemüse, wenig Zucker und Salz und ausreichend Wasser statt Softdrinks.

Auch in einem anderen Punkt gibt es Verbesserungsbedarf. Deutschland sitzt mehr denn je: 613 Minuten pro Tag verbringt der Durchschnittsdeutsche sitzend. Das sind über 10 Stunden und damit fast zwei Stunden mehr als vor einem Jahrzehnt. Ernüchternd ist außerdem: Nur 30 % der Menschen, die viel sitzen, kompensieren das durch ausreichende Bewegung. 

Während rund 68 % der Befragten die Empfehlung für ausdauerbasierte körperliche Aktivität erfüllen, erreichen nur 34 % die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation für Krafttraining (mindestens zweimal pro Woche). Insgesamt erfüllen lediglich 32 % der Befragten die kombinierten Empfehlungen für Ausdauer- und Krafttraining.  

Eine ausgewogene Ernährung zählt ebenso wie alltägliche körperliche Aktivität sowie strukturiertes Ausdauer- und Muskeltraining zu den wirksamsten Strategien gegen viele chronische Zivilisationskrankheiten wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und psychische Erkrankungen.

 
 

Ein gesunder Lebensstil umfasst fünf Bereiche:

  1. ausreichend Bewegung

  2. gesunde Ernährung

  3. kein Tabak

  4. kein Alkohol

  5. guter Umgang mit Stress

Die Bilanz 2025 ist ernüchternd: Nur 2 % der Deutschen erfüllen alle Kriterien – ein Rückgang, besonders durch die strengeren Vorgaben zu Alkoholverzicht. Frauen schneiden dabei besser ab (3 %) als Männer (1 %).

 
 
 

Anteil der Personen, die die Einzelrichtlinien erfüllen:

 
 
 

Das Wohlbefinden sinkt: Frauen stärker belastet, Jüngere im Stimmungstief

Das subjektive Wohlbefinden rückt in diesem Jahr besonders in den Fokus – und die Ergebnisse zeigen, wie sehr viele Menschen unter Druck stehen. Nur 59 % der Befragten erreichen einen positiven Wohlfühlwert. Auffällig ist dabei der Unterschied zwischen den Geschlechtern: 37 % der Männer berichten von einem verminderten Wohlbefinden, bei den Frauen sind es 46 %.  

Auch der Blick auf die Altersgruppen zeigt ein klares Muster: Ältere Menschen scheinen seelisch gefestigter. 74 % der über 66-Jährigen geben an, sich gut zu fühlen. Ganz anders die „mittlere Generation“: Unter den 30- bis 45-Jährigen fühlt sich weniger als die Hälfte – nur 49 % – emotional wohl.

Die Ergebnisse des DKV-Reports zeigen deutlich: Viele Deutsche leben zu ungesund. Doch Gesundheit ist eine gemeinsame Aufgabe: Sie beginnt bei jeder und jedem Einzelnen, erfordert aber auch unterstützende Strukturen. Und laut dem Public Health Index (PHI) der AOK2 hinkt Deutschland jedoch bei der Umsetzung wissenschaftlich empfohlener Maßnahmen zur Gesundheitsförderung hinterher. Besonders in den Bereichen Tabak, Alkohol und Ernährung landet die Bundesrepublik auf den hinteren Plätzen, lediglich bei Bewegung reicht es noch für das untere Mittelfeld.

 
 

Was bedeutet das für uns? Was wir besser machen können

Gesundheit beginnt im Alltag – und wir können bereits mit kleinen Veränderungen einen Unterschied machen. Daher lohnt es sich, die Hebel zu kennen, an denen Sie mit wenig Aufwand die größte Wirkung erzielen können:

  1. Ernährung bewusster gestalten: Setzen Sie auf pflanzenbetonte Mahlzeiten, ausreichend Wasser sowie möglichst unverarbeitete Lebensmittel für eine ausreichende Mikronährstoffversorgung. Weniger Zucker und Verarbeitetes wirken sich direkt auf Energielevel, Gewicht und Herzgesundheit aus.

  2. Mehr Bewegung in den Alltag integrieren: Schon kurze Unterbrechungen der Sitzzeit – ein Spaziergang, ein paar Treppenstufen, einfache Dehnübungen – senken nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhen das Wohlbefinden.

  3. Muskeltraining nicht vergessen: Zwei Einheiten pro Woche genügen, um Muskeln zu stärken, den Stoffwechsel anzukurbeln und das Altern gesund zu gestalten.

  4. Alkohol- und Rauchgewohnheiten überdenken: Ein bewusster Umgang ist bereits der erste Schritt und reduziert Risiken für zahlreiche Krankheiten.

  5. Erholung priorisieren: Egal ob Sie sich darauf konzentrieren, besser und länger zu schlafen oder mehr Pausen und Wohlfühlmomente in Ihren Alltag zu integrieren – beides ist entscheidend für mehr Energie und mentales Wohlbefinden.  

 
 

Fazit: Gesundheit entsteht täglich durch regelmäßige Routinen

Gesundheit ist das Ergebnis vieler kleiner gesunder Routinen. Kontinuität ist weitaus wichtiger als Perfektion. Wer regelmäßig gesunde Routinen etabliert, verbessert langfristig seine Zellgesundheit, steigert das Wohlbefinden und kann den Herausforderungen des Alltags besser begegnen.

 
 
 
  • 1

    DKV-Bericht: https://www.dkv.com/downloads/DKV-Report-2025-Bericht.pdf

    2

    AOK Public Health Index: https://www.aok.de/pp/public-health/index