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Aktualisiert am 02.02.20263 Min. Lesedauer

Mehr Gelassenheit im Alltag – So stärken Sie Ihre innere Ruhe

Innere Ruhe und Gelassenheit sind ein zentraler Schlüssel für das tägliche Wohlbefinden. Resilienz, also die innere Widerstandskraft, lässt sich stärken. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie das im Alltag gelingt.

 
 
Frau entspannt sich
 
 
 

Es sind oft nicht die großen Krisen, die uns aus der Balance bringen. Es sind die vielen kleinen Momente: der volle Terminkalender, das ständige Erreichbarsein, die Erwartungen anderer – und die eigenen. Viele Menschen spüren heute eine tiefe Erschöpfung, obwohl „eigentlich alles in Ordnung“ ist. Was fehlt, ist nicht Zeit. Es ist innere Ruhe.

Die gute Nachricht: Gelassenheit ist keine Charaktereigenschaft, die man hat oder nicht hat. Sie ist eine Fähigkeit – und sie lässt sich trainieren. Wie kann man seine innere Gelassenheit also wieder mehr stärken und zur inneren Ruhe finden?

 
 

Warum sind wir gestresst?

Bevor wir uns der Frage widmen, wie Sie Ihre Gelassenheit im Alltag fördern können, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Ursache: Warum empfinden wir überhaupt so viel Stress?

Stress ist zunächst nichts Negatives. Evolutionsbiologisch war er überlebenswichtig. Unser Körper reagiert auf Gefahr mit einer automatischen Alarmreaktion: Herzschlag und Atmung beschleunigen sich, Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin werden ausgeschüttet, der Fokus verengt sich. Das Problem: Unser Nervensystem unterscheidet nicht zwischen einem Säbelzahntiger und einer ungelesenen E-Mail.

In der modernen Welt sind es selten akute Bedrohungen, sondern dauerhafte Belastungen, die uns unter Druck setzen:

  • ständige Erreichbarkeit

  • hohe Erwartungen an Leistung und Selbstoptimierung

  • Zeitmangel und Reizüberflutung

  • der Vergleich mit anderen

  • das Gefühl, nie „fertig“ zu sein

Hinzu kommt ein innerer Stressverstärker: unsere Gedanken. Grübeln über Vergangenes, Sorgen um die Zukunft und der Anspruch, alles kontrollieren zu müssen, halten den Körper im Dauer-Alarmzustand. Die Folge ist chronischer Stress – und mit ihm Erschöpfung, Reizbarkeit, Schlafprobleme und das Gefühl, innerlich nie wirklich zur Ruhe zu kommen.

 
 

Der Weg zu mehr innere Ruhe und Entspannung

Oft können wir den Stress, der tagtäglich auf uns einprasselt, nicht selbst steuern. Umso wichtiger ist es daher, Strategien zu entwickeln, um mit dem Stress angemessen umzugehen. Innere Ruhe, eine gewisse Ausgeglichenheit und Gelassenheit helfen dabei, den Stress nicht überhand nehmen zu lassen. Das alles ist keine Frage des Charakters, sondern kann von jedem erlernt und trainiert werden.

 
 

Innere Ruhe ist trainierbar – sagt auch die Wissenschaft

Die moderne Resilienzforschung bestätigt heute, was alte Weisheitstraditionen seit Jahrhunderten lehren: Gelassenheit ist kein angeborenes Talent, sondern eine erlernbare Fähigkeit.

Psychisch widerstandsfähige Menschen haben nicht weniger Herausforderungen als andere. Der Unterschied liegt darin, wie sie auf Belastungen reagieren. Sie geraten zwar unter Stress – finden aber schneller wieder in die innere Balance zurück.

Der Begriff „Resilienz“ kommt eigentlich aus der Materialphysik. Resiliente Materialien sind solche, die nach extremen Spannungen wieder in ihren Urzustand zurückkommen, wie etwa Gummi. Diese Resilienz lässt sich auch auf unsere seelische Verfassung übertragen. Es gibt Menschen, die eine hohe seelische Widerstandskraft besitzen und auch nach einer starken seelischen Belastung immer wieder in den ausgeglichenen seelischen Ausgangszustand zurückkommen. Solche resilienten Menschen jammern deutlich weniger als nicht-resiliente, sie haben eine positive Grundeinstellung zum Leben und lassen sich deshalb nicht so leicht durch kritische Ereignisse aus der Bahn werfen. Im Gegenteil: Meist gehen sie aus Stressmomenten stärker hervor.

Doch was stärkt die innere Widerstandskraft? Studien, wie etwa die auf Hawaii durchgeführte „Kauai-Studie“, haben gezeigt, was resiliente Menschen ausmacht:

  • Positive Selbstwahrnehmung: Resiliente Menschen haben eine realistische Zuversicht in ihre Fähigkeiten. Sie glauben daran, Aufgaben bewältigen zu können und sehen sich selbst als handlungsfähig und wertvoll – selbst nach Rückschlägen.

  • Verlässliche und starke soziale Bindungen: Diese geben emotionale Sicherheit und Orientierung in schwierigen Zeiten.

  • Soziale und emotionale Kompetenzen: Resiliente Menschen können ihre Gefühle wahrnehmen und regulieren, klar kommunizieren und konstruktiv mit Konflikten umgehen.

  • Problemlösefähigkeit und Flexibilität: Statt an Schwierigkeiten zu verzweifeln, suchen sie nach Lösungen, passen sich neuen Situationen an und bleiben innerlich beweglich.

Diese Faktoren helfen nachweislich, auf Stress gelassener zu reagieren und besser damit umzugehen. Doch was, wenn man wieder eine stressige Phase hat? Was sind Sofortmaßnahmen, die im in akuten Stresssituationen helfen?

 
 

Sofort-Strategien für weniger Stress und mehr Gelassenheit im Alltag:

1. Beruhigen Sie Ihren Atem – und damit Ihr Nervensystem

Der Atem ist die Brücke zwischen Körper und Geist. Während Gedanken oft schwer zu stoppen sind, lässt sich der Atem bewusst lenken. Studien zeigen, dass eine verlangsamte Atmung mit verlängerter Ausatmung den Parasympathikus aktiviert – den Teil des Nervensystems, der für Ruhe, Regeneration und Heilung zuständig ist.

So beruhigen Sie Ihr Nervensystem in 2 Minuten:

Atmen Sie 4 Sekunden durch die Nase ein, 6–8 Sekunden aus. Wiederholen Sie dies 2–5 Minuten.

Schon wenige Minuten täglich können Ihre Grundanspannung deutlich senken.

 
 

2. Kultivieren Sie Selbstmitgefühl statt Selbstkritik

Viele Menschen sind erstaunlich streng mit sich selbst. Innere Kommentare wie „Ich müsste besser sein“ oder „Ich schaffe das nie“ verstärken Stress und schwächen die Resilienz.

Die positive Psychologie zeigt: Selbstmitgefühl ist einer der stärksten Schutzfaktoren gegen Stress. Menschen, die sich in schwierigen Momenten freundlich begegnen, sind emotional stabiler und erholen sich schneller.

Stellen Sie sich in belastenden Situationen bewusst die Frage:
„Was brauche ich jetzt – und wie würde ich jetzt mit einem guten Freund sprechen?“

Dieser Perspektivwechsel verändert nicht nur Ihr Erleben, sondern auch die Stressreaktionen im Körper.

 
 

3. Machen Sie es wie die Buddhisten: Lassen Sie los

Ein zentraler Gedanke buddhistischer Lehre lautet: Leiden entsteht nicht durch das, was geschieht – sondern durch unseren Widerstand dagegen.

Wir leiden, weil wir festhalten:

  • an Erwartungen

  • an Vorstellungen davon, wie wir oder andere sein sollten

  • an dem Wunsch nach Kontrolle und Sicherheit

Doch das Leben ist per Natur unbeständig. Wer versucht, alles festzuhalten, erschöpft sich innerlich. Gelassenheit entsteht, wenn wir lernen, loszulassen – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Klarheit.

In der Psychologie spricht man heute von Akzeptanz. Sie ist ein Kernbestandteil moderner Ansätze wie der Acceptance and Commitment Therapy (ACT). Akzeptanz bedeutet nicht, alles gut zu finden. Sie bedeutet, die Realität anzuerkennen, wie sie ist – und die eigene Energie dort einzusetzen, wo sie wirklich wirksam ist.

 

Stressempfinden ist individuell: Lernen Sie Ihr Nervensystem zu regulieren

Ein zentraler Schlüssel für schnellen Stressabbau und mehr Wohlbefinden im Alltag ist die Selbstregulation: die Fähigkeit, das eigene Nervensystem bewusst zu beruhigen. Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass regelmäßige kleine Rituale – etwa bewusste Atemübungen, Achtsamkeit oder Selbstmitgefühl – messbare Veränderungen im Gehirn bewirken:

  • Der präfrontale Cortex, zuständig für klares Denken, emotionale Kontrolle und Perspektivwechsel, wird gestärkt.

  • Gleichzeitig reagiert die Amygdala, unser Angstzentrum, weniger stark. Stresshormone sinken, der Körper wechselt häufiger in den Regenerationsmodus.

Entscheidend ist dabei: Stressempfinden ist individuell. Finden Sie heraus, was Ihr Nervensystem am einfachsten reguliert. Ist es eine bewusste Atempause, ein Spaziergang in der Natur, ein kurzer Rückzug in einen ruhigen Raum oder ein klärendes Gespräch mit einem vertrauten Menschen? Jeder Mensch hat andere Regulationsstrategien – deshalb lohnt es sich, das eigene Nervensystem kennenzulernen und gezielt zu unterstützen.

 
 

Nicht zu vergessen: Nähren Sie Ihr Nervensystem

Unser Nervensystem ist ein Hochleistungsnetzwerk: Es verarbeitet Reize, reguliert Stressreaktionen, steuert Hormone, Gedanken und Gefühle. Damit das funktioniert, braucht es ständig eine Vielzahl an Vitaminen und Spurenelementen.

  • Mikronährstoffe ermöglichen Neurotransmitterbildung

  • Mikronährstoffe schützen die Nerven (Antioxidantien)

  • Mikronährstoffe helfen beim Umgang mit Stress

So unterstützen z. B. Jod, Kupfer und Vitamin B2 die Funktion unseres Nervensystems. Das Gleiche gilt für Biotin, Folsäure, Niacin, Vitamin B1, B6, B12, Vitamin C oder Magnesium. Sie unterstützen nicht nur unser Nervensystem, sondern tragen zudem noch zu unserer normalen psychischen Funktion bei.

Mit unserer Ernährung können wir also entscheidend dazu beitragen, innere Ruhe und Gelassenheit zu fördern. Während Fast Food und Fertigprodukte oft zahlreiche Zusatzstoffe enthalten, die vom Körper umständlich abgebaut werden müssen und die ein unruhiges Völlegefühl hervorrufen, sieht das bei frischen Naturprodukten wie Gemüse, Obst, Kräutern etc. ganz anders aus: Die darin enthaltenen Mikronährstoffe (Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe) sind eine Wohltat für unseren Stoffwechsel und werden in den Zellen für tausende Stoffwechselvorgänge, die in jeder Sekunde in unserem Körper ablaufen, gebraucht.

 
 

Fazit: Gelassenheit beginnt nicht im Außen

Viele Menschen hoffen, dass der Alltag irgendwann ruhiger wird. Doch Gelassenheit entsteht nicht, wenn weniger passiert – sondern wenn Sie anders mit dem umgehen, was passiert.

Innere Ruhe ist wie ein Muskel: Je öfter Sie ihn trainieren, desto stärker wird er.

Vielleicht beginnt es heute mit einem bewussten Atemzug, mit der Entscheidung, nicht alles persönlich zu nehmen oder mit der Erlaubnis, nicht perfekt sein zu müssen. Oft sind es genau diese unscheinbaren Schritte, die langfristig den größten Unterschied machen – und den Weg zu mehr innerer Ruhe und Widerstandskraft ebnen.