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Interview
20.10.2026•6 Min. Lesedauer

Klaus P. Schrettenbrunner im Interview

Balance von Qi und Nährstoffen: Ein Leipziger TCM-Experte über das Fundament für mehr Lebensenergie

Mikronährstoffe sind essenziell für unseren Stoffwechsel und unsere Energie. Doch Stress und ein fordernder Alltag können uns viel abverlangen. Wie können wir unseren Körper gezielt unterstützen, unsere innere Balance stärken und neue Energie für die täglichen Herausforderungen gewinnen?

 
 
Klaus P Schrettenbrunner
 

Mikronährstoffe sind die Brücken unseres Stoffwechsels: Zink, Vitamine und Selen sind an biochemischen Verbindungen und Enzymen beteiligt – damit der „Verkehr“ im Körper reibungslos fließen kann. Uns ist nicht immer bewusst, dass der städtische Alltag uns ganz schön viel abverlangt. Wenn die Energie nachlässt, die sprichwörtlichen Batterien leer sind und die Müdigkeit zum ständigen Begleiter wird, suchen viele Menschen nach nachhaltigen Wegen, um ihre innere Balance und volle Belastbarkeit wiederzufinden.

Einen besonders ganzheitlichen Blick auf dieses Problem wirft Klaus P. Schrettenbrunner. Nach seinem Medizinstudium in Homburg, Berlin und Innsbruck widmete er sich ganz der Naturheilkunde. Seit fast 20 Jahren betreibt er nun eine eigene Praxis in der Käthe-Kollwitz-Straße im Herzen von Leipzig. Sein Spezialgebiet: Er verbindet die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Chiropraktik mit moderner westlicher Komplementärmedizin.

Für den erfahrenen Heilpraktiker steht fest: Gesundheit beginnt mit einem stabilen Fundament. Und dieses Fundament wird maßgeblich von unserer täglichen Mikronährstoffversorgung gebildet. Im Interview erklärt Herr Schrettenbrunner, warum selbst fließende Lebensenergie (das „Qi“) ohne die richtigen Bausteine ins Stocken gerät und wie wir unserem Körper im modernen Alltag genau das geben, was er braucht.

 
 

Herr Schrettenbrunner, Sie verbinden Traditionelle Chinesische Medizin mit westlicher Naturheilkunde. Welche Rolle spielt die Nährstoffversorgung in Ihrem ganzheitlichen Therapieansatz?

Klaus P. Schrettenbrunner: „Der Mensch ist, was er isst“. Eine möglichst breit aufgestellte und regelmäßige Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen ist die Grundvoraussetzung für einen intakten Gesamtstoffwechsel, der dann auch die normale Funktion des Immunsystem gewährleistet.

 
Eine kleine Glasflasche mit Korkverschluss, gefüllt mit klarem Öl, steht auf einer dunklen Holzoberfläche. Daneben liegt ein Haufen brauner Leinsamen
 

Eine gezielte Mikronährstoffversorgung und die Prinzipien der TCM können helfen, die inneren Speicher wieder aufzufüllen.

 
 

In der TCM wird das Konzept der Lebenskraft – das Qi – zentral gestellt. Wie würden Sie den Zusammenhang zwischen Mikronährstoffen und dieser Lebensenergie erklären?

Klaus P. Schrettenbrunner: In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt der Grundsatz: Ohne eine solide materielle Basis kann keine Lebensenergie fließen. Materielle Nährstoffe – also das Yin – sind die zwingende Voraussetzung, um unsere immaterielle Lebensenergie, das Qi, überhaupt erst aufzubauen und zu nähren. Die Basistoffwechselversorgung und -anregung, in der Traditionellen Chinesischen Medizin das Nieren-Yin genannt, "mag" kühle Lebensmittel, das heißt frische Lebensmittel mit nur so vielen Verarbeitungsschritten wie nötig und so wenig wie möglich. Durch seine wenigen Verarbeitungsschritte kommt ein Mikronährstoffprodukt diesem Gedanken sehr nahe.

 

Welche Mikronährstoffe spielen aus Ihrer Sicht eine besonders wichtige Rolle für das Immunsystem – und wie schätzen Sie die Versorgungslage Ihrer Patienten ein?

Klaus P. Schrettenbrunner: Auffallend oft weisen Patienten im Praxisalltag einen Mangel an Zink, Magnesium, Eisen und Vitamin D3 im Blutspeicher auf. Vitamin B12 und Folsäure begleiten eine normale Bildung roter Blutkörperchen, infolgedessen Eisen besser eingebaut und transportiert werden kann. Magnesium und verschiedene B-Vitamine sind wichtig für das Nervensystem. Das sorgt zum Beispiel für die natürlichen Abläufe des Darmtrakts, dem größten Träger von Immundrüsen.

 
Eine Frau im gelben Hemd hält sich ein Papiertaschentuch vor das Gesicht und niest.
 

Magnesium und B-Vitamine unterstützen das Nervensystem im stressigen Alltag. Ein Mikronährstoffkonzentrat hilft, typische Versorgungslücken an Zink, Eisen oder Vitamin D3 effektiv zu schließen.

 
 

Naturheilkundliche Diagnostik zeigt oft verborgene Defizite. Wie gehen Sie vor, wenn Sie bei einem Patienten eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen vermuten?

Klaus P. Schrettenbrunner: Die Traditionelle Chinesische Medizin besagt, dass "die Mitte das Blut bildet". In meiner Praxis veranlasse ich zuerst eine Stuhl-Darmdiagnostik, denn was wir erst gar nicht aufnehmen, kann man in der Blutanalyse auch nicht ausreichend finden. Natürlich kann einer solchen Erstdiagnostik dann auch eine notwendige Blutdiagnostik folgen, zum Beispiel wenn spezifische gesundheitliche Herausforderungen bestehen oder ein besonderer Bedarf vorliegt.

 

Viele Menschen greifen ergänzend zu Mikronährstoffpräparaten. Wie beurteilen Sie aus naturheilkundlicher Sicht den Ansatz, viele Mikronährstoffe in einem Präparat zu bündeln?

Klaus P. Schrettenbrunner: Je natürlicher, originaler und vielfältiger die Darreichung von Vitaminen, Mineralstoffen und pflanzlichen Stoffen, desto günstiger sind Bioverfügbarkeit und Speichermöglichkeit für den menschlichen Organismus. Mutter Natur versteht es, Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe in effektiven chemischen Verbindungen für den menschlichen Stoffwechsel bereitzustellen. Bei Einzelpräparaten, selbst wenn sie natürlichen Ursprungs sein sollten, läuft man viel eher Gefahr durch das Wechselspiel der einzelnen Bausteine einen ungewollten Mangel zu erzeugen.

 

Was raten Sie Ihren Patienten als einfache, alltagstaugliche Maßnahme, um ihre Nährstoffversorgung ganzjährig stabil zu halten?

Klaus P. Schrettenbrunner: Eine regionale und saisonale, zu 75 Prozent auf pflanzlicher Basis bestehende, möglichst frische Biokost. Gemäß der weltgrößten Ernährungsstudie, der China Study, soll Fleisch nur zu 10 Prozent, aber nicht mehr als 25 Prozent betragen. Regelmäßig warme Mahlzeiten, gerne Suppen und leicht gedünstetes Gemüse, sowie keine großen Salatportionen am Abend. So weit möglich soll auf Fertiggerichte und Fast Food verzichtet werden.

 
 
 

Fazit: Eine solide Basis für den täglichen Energiebedarf

Die Signale des Körpers zu verstehen und proaktiv zu handeln, ist der Schlüssel zu mehr Vitalität. Wie das Gespräch mit Klaus P. Schrettenbrunner aus Leipzig verdeutlicht, spielt die ganzheitliche Versorgung mit Mikronährstoffen dabei eine zentrale Rolle. Ein normaler Energiestoffwechsel (unterstützt z. B. durch B-Vitamine) und eine normale Funktion des Immunsystems (unterstützt durch Eisen, Vitamin C und Zink) sind unverzichtbar, um äußeren Einflüssen im Alltag mit Kraft zu begegnen.